Kurzzusammenfassung:
Barby/Elbe, St. Johannis, Anbetungsepitaph; Erstellung eines Restaurierungskonzeptes und Restaurierung
ausgeführt: 2004-2005
Auftraggeber: Evangelische Kirchengemeinde St. Johannis, Barby

Objekt/Titel Anbetungsepitaph
Inv. Nr. ohne
Standort Innenraum, Nordwand
Art der Aufstellung in Wand eingelassen
Material/Technik Rätsandstein, polychrom gefasst
Datierung vermutl. 3. Viertel 14. Jh.
Maße (HxB) in cm 90x148

Das Anbetungsepitaph befindet sich in der St. Johannis- Kirche in Barby. Der Langbau (40mx10m) wurde als Klosterkirche der Franziskaner im 13. Jh. errichtet. Das ursprünglich im Norden anschließende Kloster wurde 1264 gegründet und brannte im 14. Jh. ab.

Die Kirche war bis 1715 Begräbnisstätte der Grafen von Barby, was sich durch zahlreiche Epitaphien im Inneren des Baus widerspiegelt. Dazu gehört auch das sog. Anbetungsepitaph aus dem 14. Jh., errichtet im Gedenken an das Barbyer Grafenpaar Jutta (†1352) und Albert (†1332).

Das Barbyer Epitaph zeigt die Anbetung der Magier bzw. hl. drei Könige mit den Königskronen. Vor einem Vorhang sitzt leicht seitlich Maria. Auf ihrem Schoß hält sie das nackte Jesuskind, dem die Könige von rechts her die Gaben darbringen. Der greise 1. König (meist Balthasar) adoriert, wie häufig dargestellt, kniend. Er hält ein kostbar erscheinendes Kästchen, in welches das Jesuskind fast spielend hineingreift. Ihm folgt Caspar. Er hält einen Hornpokal. Melchior wird als jüngster König etwas zögernd und abseits gezeigt. Auch er trägt ein Kästchen. Über der Szene strahlt der Stern von Bethlehem. Links und rechts am Bildrand stehen die beiden Stifter des Reliefs Jutta und Albert. In Latein ist in der Rahmung des Reliefs zu lesen: „Im Jahre des Herrn 1332 am Tage Arnolfs starb Albert, Graf zu Barby“. Weiter steht geschrieben: "Im Jahre des Herrn 1352 am Tage Prothus und Hyazinthus starb Jutta."

Das Barbyer Anbetungsepitaph befand sich 2004 in einem schlechten Zustand. Das Objekt zeigte erhebliche Verschmutzungen, welche als Schadenspotential dringend zu entfernen waren. Die Fassung war stark geschädigt d.h. entfestigt und abgängig. In Teilen war die Fassung bereits verloren gegangen. Die verschiedenen Fassungen und das Werkgestein des Epitaphs wurden zusätzlich durch eine Untersuchung analysiert.

Die vorhandene Putzeinfassung befand sich störend und für die Fassung schädigend auf der Epitaphoberfläche.

Diese Schäden und Schadenspotentiale wurden im Rahmen der erfolgten Bearbeitung behoben.

Eine wesentliche Aufgabe der Restaurierung war der Umgang mit Pigmentumwandlungen innerhalb einer vermutlich aus den 1930er Jahren stammenden Übermalung. Diese Verschwärzungen haben vor allem im Bereich der Inkarnate die Aussagefähigkeit des Stückes entstellt. Sie wurden nach der Prüfung verschiedener Methoden schonend abgenommen, sodass die Gesichter wieder als solche erkennbar wurden.

In einem zweiten Schritt wurden die Verschwärzungen im Bereich der Gewänder reduziert, so dass ein harmonisches Gesamtbild des Stückes hergestellt werden konnte. Fehlstellen wurden retuschiert und die vorhandene Fassung gereinigt und gefestigt.

Abbildung: Das Epitaph vor und nach der Restaurierung.



vollständige Dokumentationen:
Grimm, C. (2004): St. Johannis, Barby, Anbetungsepitaph, Bestandserfassung und dokumentation Zustandserfassung und -dokumentation, Erstellung eines Restaurierungskonzeptes.
Grimm, C. (2005): St. Johannis, Barby, Anbetungsepitaph, Restaurierung.

archiviert bei:

  • Evangelische Kirchengemeinde St. Johannis, Barby
  • Landesamt f. Denkmalpflege und Archäologie Sachsen- Anhalt, Halle/S.
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