Kurzzusammenfassung:
Halberstadt, Dom St. Stephanus und St. Sixtus, Kopfkonsole; Restaurierung und Konservierung
ausgeführt: 2005
Auftraggeber: Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen- Anhalt, Leitzkau

Objekt/Titel Werkmeister
Standort Dom zu Halberstadt
Lage Südquerhaus, Konsolskulptur
Material/Technik Halberstädter Muschelkalk
Datierung 15. Jahrhundert
Maße HxBxT in cm
(ohne Wandeinbindung)
ca. 63x83x54

In der westlichen Querhausecke des Südquerhauses, im Anschluss zum Langhaus, befindet sich eine sog. Kopfkonsole. Sie zeigt einen Mann, der als Porträtbüste dargestellt ist. In den Händen befanden sich Gegenstände, die heute nur noch teilweise bzw. gar nicht mehr erhalten sind. Es dürfte sich nicht um einen einfachen Steinmetzen handeln, sondern eher um einen Werkmeister oder Steinmetzmeister.

Die Skulptur fungiert als Konsole für eine Fiale.

Abbildung: Konsolskulptur vor und nach der Konservierung.

Die Zustandsaufnahme zeigte, dass sich die Konsolskulptur in einem sehr schlechten Zustand befand.

Im Bereich des Gesteins fanden sich starke Krustenauflagerungen, Rückwitterungen mit Reliefbildung, Entfestigungen und Riss- und Schalenbildungen. Zahlreiche Details des Stückes, wie z.B. die rechte Hand, waren bereits verloren gegangen.

Diese akute Gefährdung und der damit verbundenen weitere Verlust von Details, wurden durch die durchgeführten Konservierungsmaßnahmen gestoppt.

Es erfolgte eine schonende Entfernung der Krusten mit einer Kombination bewährter Reinigungsmethoden (chemisch und mechanisch). Diese sog. Schwarzen Krusten (Gipskrusten) wachsen außerhalb von Wasserablaufzonen blumenkohlartig auf und erreichen dann eine Schichtdicke von >1 mm. Ihr Ausdünnen war notwendig, da diese sich deutlich von den Gesteinseigenschaften unterscheiden und somit ein erhebliches Schadenspotential darstellten. Vor allem hygrische und thermische Belastungen führen zu Spannungen.

Als wichtiger Bestandteil der Konservierung erfolgte eine strukturelle Festigung des Kalksteines mit einem für dieses Gestein getesteten und erprobten Festigungsmittel. Das hier angewendete Kunstharz zeigt bei fachgerechter Anwendung (hier z.B. unter Lösungsmittelklima) positive Festigungs- und Alterungseigenschaften, ohne den Kalkstein negativ zu beeinflussen.

Ferner wurden Rissinjektagen, Hinterfüllungen und Anböschungen ausgeführt.

Zusätzlich konnten offene, defekte Fugen im Bereich der Konsolskulptur entfernt und durch ein geeignetes Material ersetzt werden.

vollständige Dokumentation:
Grimm, C. (2005): Dom zu Halberstadt, Südquerhaus, Werkmeister, Konservierung

archiviert bei:

  • IFS, Dr. Lind, Halberstadt
  • Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen- Anhalt, Leitzkau
  • Landesamt f. Denkmalpflege und Archäologie Sachsen- Anhalt, Halle/S.
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